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Rezension: LTB 518 - Das Schlaue Buch in Gefahr



Fazit:

Sehr zufrieden darf man im Hinblick auf das Lustige Taschenbuch Nummer 518 mit dem wunderschönen Cover sein, welches eine tolle Kombination der Titelbilder von LTB 368 (2007) und LTB 412 (2011) ist. Die Konzeption, das LTB als reales in Leder gebundenes Buch zu gestalten, ist für mein Dafürhalten mal etwas anderes und auch der Einsatz der schimmernden Goldfolie für den Rahmen und die Fieselschweif-Emblems kommt voll zur Geltung! Rundum gelungenes Cover zum Jubiläum des Schlauen Buches mit einem netten Backcover.

Das Fähnlein Fieselschweif steht leicht erkennbar im Fokus dieser Ausgabe, in der nicht nur die Titel- und Abschlussgeschichte von den kundigen Naturburschen handeln. Die besten Geschichten stammen aber in diesem Band nicht unbedingt aus dem Duck-Universum mit Tick, Trick und Track, sondern aus dem Maus-Kosmos mit Kater Karlo und Goofy. Beide Maus-Abenteuer waren in hohem Maße kreativ, super umgesetzt und konnten mich bestechend gut unterhalten. Punkte, welche die Storys mit den Neffen, Donald und Dagobert nicht annähernd gleichermaßen befriedigen konnten. Den Platz auf dem Treppchen haben sich für mich unstreitig die Maus-Geschichten gesichert, auf dem Bronze-Platz findet sich etwas abgeschlagen die Titelgeschichte wieder:

1. Der ewige Sündenbock
2. Das Wolkenkommando
3. Das Schlaue Buch in Gefahr
4. Duell der Alleswisser
5. Der Sechs-Sterne-Saboteur
6. Der A.u.t.o.m.a.t.
7. Panzerknacker auf Pleitekurs
8. DoppelDuck: In letzter Sekunde
9. Glückspilz hinter Gittern
10. Oberstwaldwebel wider Willen

Ganz großes Kino für Liebhaber der Maus dürfte das Spektakel "Der ewige Sündenbock" sein, das mit seinen zwei Teilen die Bühne frei macht für einen facettenreichen Kater Karlo. Dieser tritt nicht nur einfach gestrickt und gutmütig (eher die erste Hälfte), sondern auch zielsicher und entschieden (eher die zweite Hälfte) auf. Für mich so lesenswert an dieser Story sind der einerseits ernste und "dramatische" Hintergrund der unrechtmäßigen Verurteilung, andererseits die ad absurdum geführte Pseudorealität im Gefängnis mit den wunderbaren Nebenfiguren und dem köstlichen Humor. Richtig stark!

Ebenfalls mit sehr gut zu beurteilen ist die kompakte Episode "Das Wolkenkommando", in der besonders Goofy im Mittelpunkt steht und sich gerade von Micky abheben darf, was man gerne liest und dem Duo sichtlich guttut. Das Wiedersehen mit Gamma und Kralle macht Freude, haben wir doch von Letzterem relativ lange nichts mehr gehört. Wie bereits gesagt ist es einfach ein bisschen schade, dass es sich bei "Das Wolkenkommando" um ein eher kurz gehaltenes Kapitel der Lehrstunde "Mickys Kunstgeschichte" handelt. Die Idee wäre durchaus ausbaufähig gewesen, möchte ich meinen! Doch das spricht im Grunde nur für die hohe Qualität der Serie, auf deren Weiterveröffentlichung im deutschsprachigen Raum wir weiterhin hoffen sollten.

Die titelgebende Fieseschweif-Geschichte passt gut zum Geburtstag des Fähnleins und punktet mit sympathischen Neffen und dem gelungenen Auftritt von Spurobold Junior. Der Schurke ist etwas glanzlos, dafür ist die Moral ansprechend umgesetzt und die Fieselschweiflinge können endlich ihr 518. Klubhaus bauen: Juchhu!

In der nächsten Platzierung darf sich Baptist als wahrer Alleswisser rühmen, der das Schlaue Buch förmlich zum Frühstück zu verspeisen scheint. Im Wissens-Duell gegen Anwantzer sahnt er sich den Platz der viertbesten Geschichte ein, die ohne Macken und mit einem überraschenden Ende daherkommt. Ähnlich stellt sich die Situation bei der DGD-Episode dar: Okay und mit den typischen Bausteinen des Duck'schen Geheimdienstes, dafür ohne trickreiche Fallstricke und – alle Hoffnung war vergebens! – einem katastrophalen Ausgang für Donald und Dussel.

Die Geschichten auf den Rängen sechs und sieben haben ihren absurden Humor gemeinsam, der die Eskapaden um Düsentriebs "A.u.t.o.m.a.t." und den Pleitekurs der Panzerknacker bestimmt. Beides keine herausragenden Storys, aber wenigstens ganz witzig und die bekannte Lese-Kost für zwischendurch, wenn man auf den Bus wartet.

Letzteres trifft auch noch auf die Kay-K-Kurzklamotte zu, die als Lückenfüller die Saga um "Doppelduck" weiter ausführt. Die Konstellation Phantomias-Gustav in "Glückspilz hinter Gittern" wird den historischen Anfängen des Superhelden nicht mehr gerecht, stattdessen herrscht ein lächerliches Wischi-Waschi ohne Drama. Ehrlich gesagt finde ich diese Geschichte nicht wirklich schlecht, sie ist nur furchtbar langweilig und schafft es nicht, an den entscheidenden Stellen wie Phantomias' Ermittlungen oder Gustavs Knastalltag zu überzeugen. Überhaupt nicht glücklich bin ich mit der letzten Geschichte "Oberstwaldwebel wider Willen". Schon negativ durch den Umstand voreingenommen, dass der beliebte "Oberstwaldmeister" zu einem schwulstigen "Oberstwaldwebel" verkommen ist, konnte ich dieser völlig verkorksten Story auch inhaltlich nix mehr abgewinnen.

Was darf man also von LTB 518 "Das Schlaue Buch in Gefahr" erwarten? Für mich ist es ein passabler Band schon aufgrund der richtig guten Geschichten aus dem Maus-Universum und der wirklich netten Titelgeschichte, die in Summe mehr als zwei 100 Seiten füllen.

Das meisterhafte Cover für das kommende Lustige Taschenbuch 519 wäre ideal für die alljährliche Halloween-Ausgabe geeignet, der Band erscheint trotz alledem schon am 23. April! In der Titelgeschichte von Maya Astrup und Massimo Fecchi kehren die Ducks in ihren herrschaftlichen Stammsitz zurück, um in den schottischen Highlands Jagd auf "Die Bestie von Duckenburgh" zu machen. Ob sie das Geheimnis lüften können, erfahrt ihr wie gewohnt an dieser Stelle!



Zuletzt aktualisiert: 09.04.2019, 23:47
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