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Rezension: LTB 515 - Die Cyberbrille



Die Cyberbrille (Alessandro Sisti - Claudio Sciarrone; 32 S.)

Ein ganz normaler Sommertag im Hause Duck findet ein jähes Ende, als Onkel Dagobert seinem Neffen und den drei Großneffen einen Überraschungsbesuch abstattet. Auch Baptist hat die dicken Mauern des Geldspeichers verlassen und alle Hände voll damit zu tun, die neuste technische Entwicklung seines Chefs anschaulich zu demonstrieren. Onkel Dagobert plant nämlich, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen: Die Cyberbrille. Diese ermöglicht dem Träger, seine Realität zu beeinflussen und zu erweitern. Der reichste Mann der Welt rechnet mit satten Gewinnen, denn der "Augmented Reality" sind praktisch keine Grenzen gesetzt. Donald und die Neffen zeigen sich begeistert, die Brillen in jeder Lebenslage zu nutzen, und auch die anderen Entenhausener reißen sich schon bald um den neusten Techniktrend. Das lockt schnell Neider und unliebsame Masken- statt Brillenträger auf den Plan...

Das "Feature" dieser modernen Titelgeschichte kann der Leser an diesem Lustigen Taschenbuch selbst ausprobieren: Genial! So wird vielleicht erst richtig begreiflich, worauf sich Donald und die Entenhausener einlassen, als sie sich die Cyberbrillen auf die Schnabelspitzen setzen. Natürlich ist der AR-Effekt auf dem Cover von LTB 515 nicht so verrückt wie die Ideen, auf die Dagobert Duck und Klaas Klever in diesem Wirtschaftsduell kommen. Aber er verdeutlicht anschaulich, wie Augmented Reality genutzt werden kann – und auch ausgenutzt, wenn man sich nicht vergegenwärtigt, was Realität ist und was technischer Hokuspokus.

Die Moral vom "schönen Schein" durchsetzt diese Geschichte, die ansonsten ein typisches Gefecht ums Trumpfen und Übertrumpfen zwischen den beiden Dauerkontrahenten ist. Eingangs noch fasziniert und begeistert, wendet sich mit der Zeit das Blatt und die Bürger beginnen, ihre Cyberbrillen abzunehmen und "hinter die Fassade" zu sehen. Eine Lehre, die mir an und für sich gut an dieser Titelstory gefallen hat.

Weniger Gefallen empfand ich für die quirligen Zeichnungen von Claudio Sciarrone, dessen Ducks ziemlich abstrakt aussehen: Etwas zu lang geratene Schnäbel, die übertrieben große Brille von Klaas Klever (oder war die handlungsrelevant?) und Onkel Dagoberts gestreckter Zylinder flog immer ein bisschen über seinem Kopf. Andererseits waren die ungekämmten Frisuren von Tick, Trick und Track, die coolen Kappen der Panzerknacker (verkehrt herum!) und die kreative Interpretation von Anwantzer (kantiges Gesicht mit gegelten Haaren) irgendwie auch ganz nett. Man kann ja auch mal offen für Neues sein – und so schrecklich oft ist Sciarrone in letzter Zeit nicht im LTB vertreten gewesen, wenn ich mich nicht irre.

Ein guter Einstieg in diesen Band!

PS: Die langgestreckten Panels über die gesamte Seite wirken auf mich irgendwie befremdlich und sehen wie abgeschnitten aus. Aber ich schätze, dies ist bewusst so gestaltet?



Zuletzt aktualisiert: 14.01.2019, 19:56
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