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Rezension: LTB 513 - 90 Jahre Micky



Was gestern geschah (Casty – Casty & Massimo Bonfatti; 71 S.)

Am 18. November 2018, dem Geburtstag von Micky Maus, gehen in Entenhausen seltsame Dinge vor sich und nicht nur das Wetter, sondern auch die Uhrzeit spielt verrückt. An diesem Tag bekommt Micky von seinem besten Freund Goofy ein mysteriöses Video aus der Vergangenheit vorgespielt. Dieses zeigt den jungen Goofy, welcher Micky bittet, am 18.11.2018 um jeden Preis in die Vergangenheit – genauer gesagt zum 18.11.1928 – zu reisen! Sich der Bedeutung dieser Botschaft noch nicht bewusst, sieht Micky sich bereits mit einer anderen schwierigen Lage konfrontiert: Kater Karlo hat Minnie entführt und droht, diese über eine Klippe am alten Leuchtturm stürzen zu lassen! Um seine Freundin zu retten, gelingt es Micky in letzter Sekunde, mithilfe der Zeitmaschine von Professor Zapotek und Marlin ins Jahr 1928 zu reisen. Dort stößt er kurzerhand auf sein früheres Ich und muss ergründen, "was gestern geschah"...

Die Titelgeschichte dieses Lustigen Taschenbuches stammt aus dem Maus-Kosmos und wurde von niemand Geringerem als dem genialen Andrea Castellan geschaffen. "Was gestern geschah" ist die perfekte Geschichte anlässlich Mickys Geburtstags und eine liebevolle Hommage an Floyd Gottfredsons historischen Kurzhosenmicky mit den schwarzen Knopfäuglein. Nun stehen sich beide Mickys gegenüber und treten gemeinsam gegen die fiesen Machenschaften von Kater Karlo an – sowohl im Jahr 1928 als auch im Jahr 2018. In einem cleveren "Abenteuer im Abenteuer" müssen die beiden Mickys einen kniffligen Fall lösen und die Rätselnuss um die Hypnose-Bande knacken. Für Spannung ist hierbei gesorgt, da sich der Zukunfts-Micky seltsamerweise nicht mehr daran erinnern kann, wer hinter den Diebstählen steckt...

Überhaupt ist "Was gestern geschah" hier und da etwas verwirrend und erfordert ein geschicktes Mitdenken des Lesers. Dennoch ist die Handlung von vorn bis hinten sehr gut aufgebaut und durchaus nachvollziehbar gestrickt, wenn man die Probleme der Zeitparadoxien beiseiteschiebt und viele kleine (scheinbare) Details im Auge behält. Gerade die leicht ergrauten Szenen im klassischen Entenhausen von 1928 bereiten viel Freude und man merkt in jedem Panel, wie viel Spaß auch Casty beim Zeichnen hatte und (mehr oder weniger) versteckte Anspielungen auf Figuren, Orte und vieles mehr einbaute – die seine Ehre vor dem Werk Gottfredsons sinnbildlich unterstreichen. Leider wurden durch den Übersetzer stellenweise die Zwanziger mit den Dreißigerjahren verwechselt... Denn 1928 müsste Micky ja "gerade erst auf die Welt gekommen sein", wenn er ja heute schon 90 Jahre wird. Egal.

Ein ehrlich gewordener Karlo, der natürlich NICHT ehrlich geworden ist und ein bisschen Hypnose als Auflösung sind zwar nicht der Gipfel der Innovation, aber Casty beweist genug Fantasie und liefert zahlreiche witzige Slapstickeinlagen, um dem Nebenplot einen gewissen Charme zu verleihen. Dafür wird es dann in der Gegenwart umso dramatischer und ungewöhnlich ernst, sodass man als Leser richtig mitfiebert. Für meinen Geschmack hätte Casty noch ein klein wenig mehr die Unterschiede zwischen dem jungen, unreifen und dem gesetzteren, altklugen Micky aufzeigen können – aber die gute Minnie als Bindeglied sorgt schnell für Harmonie zwischen den beiden Mäuserichen.

Alles in allem ist "Was gestern geschah" eine sehr lesenswerte Topstory mit Micky und seinen Freunden, die schon jetzt zu den besten (neueren) Abenteuern der Maus gehört! Kein Wunder, dass Casty bereits an einer Fortsetzung arbeitet und ich hoffe sehr, dass diese den Weg ins LTB noch vor Mickys 100. Geburtstag findet!



Zuletzt aktualisiert: 16.11.2018, 23:41
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