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Rezension: LTB 514 - Der große Wurf



Kampf der Start-Apps (Matteo Venerus – Libero Ermetti; 30 S.)

Ein ruhiger Nachmittagsspaziergang ist Onkel Dagobert nicht vergönnt, denn er stolpert mitten in eine Pressekonferenz seines Widersachers Klaas Klevers. Dieser schmückt sich damit, ein neues Zentrum für App-Entwickler zu eröffnen und damit kreativen Köpfen Raum für potenziell erfolgreiche Projekte zu geben. Entschlossen, Klaas Klever auch in diesem Fall zu übertrumpfen, lädt er zahlreiche junge Entwickler in seinen Geldspeicher ein. Dort werden die Programmierer von Onkel Dagoberts Verwandten (z. B. Oma Duck) sowie nahen (Daniel Düsentrieb) und entfernten Freunden (Habakuk!?) betreut, um die Apps zu verbessern und deren Markteinführung vorzubereiten. Doch sind die Laien tatsächlich die geeigneten App-Tester?

Puh, ich tu ich mich ja immer ausgesprochen schwer damit, die Phänomene rund um Social Media (im weitesten Sinne) eins zu eins auf Entenhausen zu übertragen. Mich stört es nicht, wenn sich Entenhausen auch ins 21. Jahrhundert fortentwickelt und Tick, Trick und Track ein Smartphone nutzen. Inwieweit die digitale Revolution aber ein eigenständiges Genre für Comics aus Entenhausen bilden wird und ob dies überhaupt notwendig wird, ist fraglich.

"Kampf der Start-Apps" ist genau so eine von Matteo Venerus erdachte Geschichte und dreht sich ausschließlich um Apps, Start-Up-Gründer, Thinkpools usw. Wäre die Handlung so verlaufen, wie ich es erwartet hätte, wäre die Geschichte für mich persönlich trocken und unnütz geworden – ist sie aber gerade nicht. Woran liegt das? Ganz klar an den vielen Figuren, die auf ihre individuelle Art und Weise dazu beitragen, die jungen Entwickler zu unterstützen und damit die Apps nachhaltig zu verbessern. Das gelingt einer Oma Duck sichtlich anders als einem Primus von Quack, einem Dussel Duck oder einem Habakuk. Aber die resultierende Situationskomik hat mich unterm Strich dann doch gut unterhalten, auch wenn ich die technischen Details sicher nicht in all ihrer Tiefe rekapitulieren konnte. Außerdem ist es nett anzuschauen, dass Onkel Dagobert sich tatsächlich um die Gunst der Jungunternehmer bemüht und weder vergeizt noch hinterlistig auftritt. Weiterhin bestechen die ansprechenden Zeichnungen Libero Ermettis durch ein hohes Maß an Individualität der Charaktere und Dynamik – das muss man angesichts der Menge der Figuren erst einmal so überzeugend abliefern können.

Guter Einschub für zwischendurch aus einem Mix von "Wirtschaftsduell" und "Technik-Trends". Kann man mal gelesen haben, wenn man gerade letzterer Thematik nicht schon grundsätzlich ablehnend gegenübersteht.



Zuletzt aktualisiert: 26.12.2018, 14:55