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Rezension: LTB 550 - Reise zur Erdmitte

Cover



Es geht bergab mit den Ducks! Hinab in ein kilometertiefes Loch gleiten Onkel Dagobert, Donald und die Jungs auf der Suche nach dem Glückszehner, welcher der Schwerkraft nicht gefeit war. Dabei hat die "Reise zur Erdmitte" (Snejbjerg/Fecchi) nichts mit dem ähnlich klingenden Literaturklassiker von Jules Verne zu tun – inhaltliche Überschneidungen sind wohl nur zufällig...

Kurz darauf setzt die Hexe Gundel Gaukeley zu einem neuen Sturzflug auf den Duck'schen Geldspeicher an, um sich des Glückszehners zu bemächtigen. Doch erst steht ihr ausgerechnet Glücksgockel Gustav Gans im Weg (Arrighini/Mangiatordi), danach bekommt sie es mit der Romantischen Rächerin alias Gitta Gans zu tun (Gagnor/Mangiatordi).

Bei den Mausens steht eine über 70 Seiten füllende Abenteuergeschichte von Sergio Cabella und Paolo Mottura an, die sich den "Abenteuern des Sir Mausletons" widmet, der mit seiner tollkühnen Crew ebenfalls eine lange Reise antritt – nämlich zum Mittelpunkt der Antarktis!

Ob LTB 550 als Reiseproviant gut bekömmlich ist, erfahrt ihr in folgender Rezension: Viel Spaß!

Von Entenfan


Der Inhalt:
Titel Autor (A), Zeichner (Z) EV-Jahr Seiten Rezension
Reise zur Erdmitte A: Peter Snejbjerg; Z: Massimo Fecchi 2021 35 Abwärts unter die Erdkruste
Das Quizduell A: Gabriele Mazzoleni; Z: Mario Ferracina 2020 20 Ungefragt gejagt
Die Abenteuer des Sir Mausleton A: Sergio Cabella; Z: Paolo Mottura 2020 76 Mouse on Ice
Ein schmutziger Job A: Tito Faraci; Z: Ottavio Panaro 2012 6 Phantomias-Frotzeleien
Im Sparverein A: Valentina Camerini; Z: Ettore Gula 2016 21 Einfach einsparen
Der Antiglückszauber A: Gaja Arrighini; Z: Vitale Mangiatordi 2019 35 Glücklos-Gustav in Gefahr
Eine ermüdende Aufgabe A: Tito Faraci; Z: Luca Bonardi 2021 1 Einschläfernd: Määh!
Zwang und Zwietracht A: Roberto Gagnor; Z: Vitale Mangiatordi 2020 26 Romantisches Rumgesülze
Der Schaffwandler A: Giulio D'Antona; Z: Carlo Limido 2020 30 Schaffe schaffe, Dussel!




Was verspricht die Aufmachung des Bandes?

Das Cover des neusten Lustigen Taschenbuches stellt unverkennbar eine Anspielung auf den ziemlich verrückten Kinofilm "Das Geheimnis von Green Lake" dar. Darin geht's ums Löchergraben als Strafe für unartige Kinder (und vieles, vieles, vieles mehr). Wenn man diesen Hintergrund kennt, ist das Cover ganz okay und gar nicht mal sooo langweilig. Im Vergleich zur finnischen Variante von Paolo Mottura, der die auf Lava surfende Gundel gekonnt in den Vordergrund rückt, kann die deutsche Version um 50 Kilometer nicht mithalten.






Wie tiefgründig ist die Titelgeschichte?

Onkel Dagobert ruft wieder einmal nach Donald sowie Tick, Trick und Track, da er in Sorge um seinen Zehner Nummer Eins ist. Eine üble Vorahnung sagt ihm, dass Gundel Gaukeley ihre Hexenfinger nach dem Glückszehner ausstrecken will. Entgegen des Rates von Donald nimmt Onkel Dagobert den Zehner an sich, anstatt ihn im sicheren Geldspeicher zu belassen, und nimmt die Neffen mit zu einer Baustelle. Dort klafft ein kreisrundes Loch, von dem sich Dagoberts Ingenieurin Erdwärme erhofft. Ein monströser Bohrer hat sich kilometertief in den Untergrund gegraben und stößt jetzt an seine Grenzen. Gundel Gaukeley sorgt in kecker Verkleidung dafür, dass der Glückszehner in das Loch stürzt. Nachdem sich Onkel Dagobert wieder gefasst hat, unternehmen die Ducks eine abenteuerliche Reise immer tiefer unter die Erde, um den Zehner zu retten. Dabei heftet sich Gundel an ihre Fersen.



Die Titelgeschichte des neuen LTBs zwingt Dagobert, Donald und die Neffen wieder einmal dazu, ein Land unter der Erdkruste zu besuchen. Das weckt natürlich Erinnerungen an viele andere Geschichten großartiger Künstler. Leider gibt es aber kein Wiedersehen mit den Kullern von Carl Barks, nur eine spekulative Anspielung auf Rosas alleszersetzenden schwarzen Regenschirm gibt es. Onkel Dagoberts Nummer Eins dient als Vorwand, in eine Bohrkapsel zu steigen, in Schutzanzüge zu schlüpfen und eine äußerst seltsame Untergrund-Armee zu treffen, bei der man vordergründig an Schneckenwesen mit Stilaugen denken muss. Die haben plötzlich etwas gegen die Eindringlinge von der Oberwelt, die es doch gar nicht geben darf! Gundel, die den heißen Ritt (durch Magma!) komischerweise überlebt hat, verzaubert sich erneut und versucht, einen Handel mit dem missverstandenen Schnecken-Professor zu schließen. Am Ende müssen die Bewohner von "Midderth" feststellen, dass es oberhalb doch noch anderes Leben gibt – und man sich wegen einer kleinen Scheibe Altmetall ganz schön in die Haare kriegen kann.

Die Handlung ist nicht sonderlich innovativ und drückt zum Ende hin ganz schön auf die Tube. Erklärt wird wirklich nur das Allernötigste (Loch, Erdwärme, Schutzanzüge, Zauberstab), wobei man sich fragt, warum die Geschichte trotzdem mit angezogener Handbremse startet. Da wird nämlich viel Zeit vergeudetet (Gundel braucht einen neuen Zauberstab, um sich zu verwandeln?), während es im Mittelteil mit den Midderthlingen an überzeugenden Dialogen mangelt. Unerwartet aggressiv bekommen die Ducks eine Abfuhr. Lustig ist das nicht anzuschauen. Dafür aber von Massimo Fecchi ziemlich gut in Szene gesetzt, an vielen Stellen hübsch verspielt und mit großer Hingabe (zum Beispiel die palastartige Stadt). Gundel ist etwas zu passiv und aus der Idee, dass sie sich verbündet, wird leider nichts gemacht. Mittelmäßiger Einstieg in das LTB.




Welche Abenteuer besteht Sir Mausleton?

Der vielschichtige Abenteurer Sir Mausleton sticht mit seiner Crew in See, um die erste Maus am Südpol zu sein. Gemeinsam mit seinem Adjutanten Huntson und dem Kapitän Goofley bereitet er eine groß angelegte Expedition vor, an der auch noch viele andere Charaktere teilnehmen werden. Abseits des Wettrennens zur Antarktis besteht vor allem Käpt'n Goofleys Motivation darin, die geheimnisvolle "Hohle Welt" zu entdecken, deren Eingang irgendwo am Südpol verborgen sein soll. Zunächst skeptisch, ist auch Sir Mausletons Interesse geweckt. Dieser aber bekommt es als Expeditionsleiter noch mit ganz anderen Problemen zu tun, als die "Polaris" im Ewigen Eis festfriert und dringend ein Rettungsteam zusammengestellt werden muss.



Die über 70 Seiten füllende Comicgeschichte basiert auf den Erzählungen der Endurance-Expedition um Ernest Shackleton, der die Reise zum Pol tatsächlich antrat. Es verwundert daher nicht, dass die Marschroute sehr klar abgesteckt ist, sich zentrale Elemente der Expedition in der Geschichte wiederfinden und auch kleinere Details wie die Ortsnamen, Weihnachten an Bord oder Freizeitaktivitäten nicht einfach frei erfunden sind. Zusätzlich wird die Handlung mit einer ordentlichen Portion Disney-Gedöns zugedröhnt, die für Lacher sorgen sollen und die glückselige Harmonie inmitten der tödlichen Umgebung in den Vordergrund rücken.

Genau da liegt in meinen Augen das Problem: Das Festklammern an den historischen Fakten und die übergestülpten Attitüden passen für mich einfach nicht zusammen. Schon der erste der in drei Kapitel zerlegte Teil der Geschichte will nicht in Fahrt kommen und zieht sich dahin. Die Gefahren im Antarktischen Meer werden nahezu ausgeblendet – nein, vielmehr überblendet mit nervigen "Selfie"-Szenen, Ball-Spielen und unnötigen Figuren wie dem Koch oder dem Heizer. Huntson als Familienmensch wirkt wie ein bürgerlicher Kleingeist, der völlig am falschen Ort ist, und auch die Goofy-Figur bleibt erschreckend blass, weil sie nix zu tun bekommt. Die Hauptfigur Micky wird mal so, mal so charakterisiert und kommt meistens herrisch und unausgeglichen herüber. Die einzige interessante Figur bleibt für mich McRoss, der eigentlich lieber völlig unter sich wäre und niemandem zutraut, auch nur einen Nagel in ein Brett zu schlagen. Irgendwie will das alles nicht so recht zusammenpassen.

Abgesehen von der kurz gehaltenen Katastrophe – die "Polaris" bleibt stecken – passiert seitenweise gefühlt überhaupt nichts. Es gibt keine spürbaren Gefahren und Konflikte; jedenfalls keine, die man als Leser wahrnimmt. Wenn es schon keinen personifizierten Bösewicht gibt, müsste die Bedrohung entweder von außen (Naturgewalten) oder von innen kommen (Reibereien unter der Crew, Zweifel, Meuterei). Nichts von alldem, was man erwarten würde, geschieht – und dann wird das Finale in ellenlanger epischer Breite ertränkt. Was mich persönlich ziemlich stört, ist die Tatsache, dass man die einzige kreative Idee um die "Hohle Welt" unter der Erdkruste überhaupt nicht weiterverfolgt. Am Anfang kurz angesprochen bleibt es am Ende "doch bloß Fantasie"? Nee, Freunde, das ist mir zu wenig. Irgendwo in der Hälfte hätte ich die Handlung komplett anders weitergesponnen, in dem die Mannschaft den tödlichen eisigen Winden nur entkommen kann, in dem sie sich in die unterirdische Welt flüchten und dort ein komplett anderes, fantastisches Abenteuer erleben. Vielleicht hätte Autor Sergio Cabella das sichere Fahrwasser verlassen sollen, um mehr Eigenständigkeit zu erzeugen.



Was bei "Sir Mausleton" jedoch auf jedem Fall im Gedächtnis bleibt, sind die hervorragenden Zeichnungen von Paolo Mottura. Micky als hartgesottener Abenteurer überzeugt und auch Goofy und Rudi mit ihren wild herumfliegenden Langohren wissen zu gefallen. Mögen die restlichen Figuren zwar etwas eintönig sein, lohnen sich die vielen Perspektivwechsel und die spannende Panel-Aufteilung. Gerade die herumpeitschenden Wellen und die unheilschwangeren Wolkenungetüme sind absolut beeindruckend!

Fazit: Obwohl ich von der Story ziemlich enttäuscht bin, kann ich verstehen, warum sie von vielen sehr gelobt wird.




Gegen wen tritt die Romantische Rächerin an?

Gitta Gans schlüpft nach langer Zeit in ihr pinkes Heldenkostüm und hilft Onkel Dagobert im Kampf gegen Gundel Gaukeley. Da gerade keine anderen Helden Zeit haben, lässt sich der reichste Mann darauf ein, dass Gitta ihre "gute Freundin", die Romantische Rächerin, bezirzt. Und bezirzt wird ganz schön viel! Denn Gundel hat sich eine uralte Schriftrolle unter den Nagel gerissen, die es ihr erlaubt, Personen mit hohlem Phrasengedresche um den Finger zu wickeln. In ihrem zombieartigen Wahn gehorchen die Leute Gundels Befehlen – und deren Absichten sind glasklar! Gitta wiederum erinnert sich an ihren alten Feind, den schwulstigen "Zwietracht" (siehe LTB 483!), der sich so sehr in Gundel Gaukeley verknallt, dass er absolut immun ist gegen ihre schlauen Kalendersprüche. Wer wird in all dem Wahnsinn die Oberhand erlangen?



Huch! Eine neue Geschichte mit der Romantischen Rächerin?! Okay, darauf war ich nicht vorbereitet! Wie sich zeigt, steckt die Figur noch immer voller Überraschungen und scheint noch lange nicht verbraucht zu sein, wie der ein oder die andere vielleicht denken mag. Selbstverständlich ist die Beziehung zwischen Dagobert und Gitta sowie ihrem Alter Ego zentraler Knackpunkt des Plots. Hier gelingt es meiner Ansicht nach ziemlich gut, alles unter einen Hut zu bringen und dazu witzig-spritzige Dialoge und komische Situationen zu entwickeln, die den Unterhaltungswert hochhalten. So richtig ernst nimmt sich die Geschichte selbst nicht. Auch die fiese Gundel wird gut inszeniert und funktioniert daher als bekannte Gegenspielerin im neuen Gewand. Wobei die direkte Konfrontation zwischen ihr und der Romantischen Rächerin etwas ausgestalteter hätte sein können und der "Schurke" Zwietracht schnell auf die Nerven gehen kann. Persönlich gefällt mir die unterschwellige Botschaft, dass Liebe keiner schwulstigen Worte bedarf, sondern sich durch Taten auszeichnet. Die willenlosen Zombies zweifeln nichts mehr an und folgen dem, der sie einlullt. Raum für Interpretationen!




Welche Geschichte hält eine Überraschung bereit?

In "Der Schaffwandler" stellt Dussel Duck mal wieder unter Beweis, dass er es des Öfteren zu gut meint mit seinen Freunden und Verwandten, seine Bemühungen schlussendlich aber in einer Katastrophe enden (müssen). Dussel ist so sprunghaft, dass er am Morgen eine tolle Idee hat, am Mittag versucht, das nötige Geld dafür zusammenzuschnorren und abends schon wieder vergessen hat, was er mit dem Geld wollte. Stattdessen erweckt in ihm schon wieder eine neue Idee, die ihn antreibt und zu neuen Taten motiviert. Mit der Hilfe von Daniel Düsentrieb und Primus von Quack findet Donald nun heraus, dass Dussel auch des Nachts seine Energie nicht zügeln kann und obendrein nicht Herr seiner Sinne ist. Dussel Duck schlafwandelt nämlich zu nächtlicher Stunde umher und versucht, das am Tag begangene Unheil wiedergutzumachen. Das gelingt ihm zur allgemeinen Verwunderung auch in Perfektion, da er sich selbst nicht im Weg steht. Diesen Tatendrang will Donald nun für sich ausnutzen...



Hey, eine ziemlich coole und erstaunlich geistreiche Geschichte mit Dussel Duck, die uns Giulio D'Antona und Carlo Limido hier präsentieren. Als Fan der klassischen Dussel-Figur konnte ich viel mit dem sympathischen Dussel anfangen, der zwar für Chaos am laufenden Band sorgt, aber auch ein bisschen Mitleid mit den Betroffenen hat. Das wurde so noch nie angesprochen und bringt einen sehr klugen Punkt in die Charakterisierung ein. Nachdem man Dussel im ersten Drittel erleben darf, wie er leibt und lebt (seltsame Hobbys und Fernkurse noch und nöcher!) wird anschließend aufgedeckt, warum er nachts alles wieder in Ordnung bringt und ihm dies auch gelingt. Zum Glück ist die Geschichte damit aber nicht einfach beendet, nein! Jetzt kommt Donald auf den Plan und lässt Dussel absichtlich seine Neigungen ausleben, um am nächsten Morgen wieder alles in noch schönerer Ordnung vorzufinden, als es vor Dussels "Hilfe" war. Dass das auf Dauer nicht gut gehen kann, zweifelt wohl keiner an... Inhaltich stark, saukomisch und formvollendet gezeichnet!




Bei welcher Geschichte bleibt der Unterhaltungswert auf der Strecke?

In Entenhausen steht eine große Feierlichkeit zu Ehren des Stadtgründers Emil Erpel an. Zumindest soll es eine große Sause geben, wenn es nach den Plänen des Bürgermeisters und seiner Getreuen geht. Aber im Stadtsäckel haben sich ausschließlich Motten breitgemacht und so fehlt es der Stadt am nötigen Kleingeld. Zaster en masse darf man dafür im Entenhausener Milliadärsklub erwarten, wo die Geldsäcke ein- und ausgehen. Gerade Klaas Klever will alle Hebel in Bewegung setzen, um ein spektakuläres Fest zu organisieren – das dann auch einiges kosten soll für die Mitglieder des Klubs. Onkel Dagobert fallen vor Schreck die Federn aus; und so beschließt er, einen Gegenentwurf auf die Beine zu stellen. Dafür holt er sich Mitstreiter im Entenhausener Sparverein, die mit allen Wassern gewaschen sind! – Total unausgegorene und hanebüchene Geschichte von Valentina Camerini, die bar jeder Logik vor sich hinplätschert und meine Nerven strapaziert. Es ergibt keinen Sinn, weshalb der Bürgermeister sich Dagoberts Projekt anschließt und warum die dann nur mit Mitteln aus dem Geldspeicher umgesetzt wird. Dann müssen auch noch die Panzerknacker herhalten und Onkel Dagobert macht sich in den Klamotten von Emil Erpel zum Gespött. Mit den etwas zu klobigen Zeichnungen von Ettore Gula mag ich mich auch nicht mehr anfreunden...






Was ist der Tiefpunkt des Bandes?

Tiefpunkt dieses LTBs ist der schnarchlangweilige Einseiter (Tito Faraci / Luca Bonardi), in welchem Franz Gans Schäfchen zählt und demonstriert, was er am besten kann.

Tatsächlich gibt es aber noch eine Mini-Story von gerade mal sechs Seiten, bei der man sich als Leser nur am Kopf kratzen kann. In "Ein schmutziger Job" (Tito Faraci / Ottavio Panaro) erfahren Donald und Dussel aus den TV-Nachrichten, dass jemand Onkel Dagobert beraubt hat und mit einigen Talerchen auf der Flucht ist. Sofort lässt Donald seinen Vetter auf der Couch sitzen und hüllt sich in sein Heldenkostüm, um als Phantomias Jagd auf die Verbrecher zu machen. Dabei trifft er – wie sollte es auch anders sein? – sofort auf die Panzerknacker und sorgt dafür, dass deren Träume den Bach runter gehen. – Wirklich eine arg kurz geratene Story, bei der an sich nach dem ersten Umblättern fragt, ob da jetzt noch viel kommt. Antwort: Nö. Mitglieder des Sparvereins können sich diese Geschichte sparen.






Was gibt es noch zu den restlichen Geschichten zu sagen?

Nochmal Gundel! In "Der Antiglückszauber" von Gaja Arrighini und Vitale Mangiatordi will es Gundel Gaukeley mit einem Zauberspruch probieren, der dem ersten selbst verdienten Zehner von Onkel Dagobert das Glück entzieht. Denn als einfache Münze müsste sich diese doch wesentlich schneller in den Besitz bringen lassen! Leider fruchtet der Zauber nicht beim Glückszehner, sondern trifft voll den gut gelaunten Gustav Gans. Gundels magische Masche entzieht Gustav sein sprichwörtliches Glück und stellt den Gockel vor ganz neue Herausforderungen. Dass ausgerechnet Daisy den sonst so verwöhnten Gustav umsorgt, löst bei Donald selbstverständlich Unmut aus. Wie kriegt er es hin, dass Gustav wieder der Alte wird?



Zugegeben, dass Gustav seines Glückes beraubt wird und ein Zauberspruch von Gundel jemand anderen als beabsichtigt trifft, ist prinzipiell nichts Neues. Hier steht aber weniger die fiese Hexe im Vordergrund, sondern Gustav und Donald. Die gute Daisy hilft Gustav sehr amüsant, sich im "realen Leben" ohne die ständige Anwesenheit der Glücksgöttin Fortuna zurechtzufinden. Logisch, dass diese Absurdität Donald sauer aufstößt. Richtig aberwitzig wird es aber, als Gustav mitbekommt, dass sein Glück bereits zurückgekehrt ist... - Kein großer Knüller, aber mit viel Augezudrücken doch recht kurzweilig. Gleiches gilt für die soliden Zeichnungen, die auch nicht immer konsequent sind.

Tick, Trick und Track und ihr Freund Dieter Düsentrieb fühlen sich vom Rektor Ihrer Schule ordentlich gepiesackt. Der strenge Lehrer mit dem zu kleinen Körper und dem zu großen Ego löchert seine Schüler ständig mit nervigen Fragen und knechtet sie mit unangekündigten Lernkontrollen. Dieters Onkel Daniel Düsentrieb will nun Abhilfe schaffen und spendiert den Jungs eine superduper Armbanduhr, die sich vorgetragenes Wissen merkt und im Stresstest Impulse ans Gehirn sendet, sodass einem die richtigen Antworten in den Sinn kommen. Nachdem Dieter Düsentrieb lieber auf altbewährte Methoden setzt, bindet sich Trick die Uhr um, damit er Rektor Schnauzer im Quizduell ein Schnippchen schlagen kann. – Unaufgeregte Gag-Geschichte, die den Fokus auf den Schulalltag von Tick, Trick und Track legt. Wir können einen der seltenen Auftritte von Dieter Düsentrieb verzeichnen, doch mit ihm und Daniel in der gleichen Geschichte schwindet seine Daseinsberechtigung auf ein vorhersehbares "Ich hab's euch doch gleich gesagt!". Bei den Quizfragen gibt es nicht viel zu lernen, aber der total überzeichnete Lehrer kann zumindest für ein paar Schmunzler sorgen.






Welche Details kann man schnell übersehen?

Der schwarze Regenschirm, den Professor Pigmää unter der Erde aufgegabelt hat und Gundel zeigt, erinnert spontan an Don Rosas "Reise zum Mittelpunkt der Erde". Dort glorpen sich die Ducks mit einem schwarzen Regenschirm voller Allesauflöser durch die Unterwelt.

In "Ein schmutziger Job" sieht man in einem Panel, dass zwei Panzerknacker die gleiche Nummer tragen: Nämlich 176-671.

Gundel Gaukeleys Smartphone hat die Form einer Fledermaus (S. 181). Vier Seiten später erkannt man, dass Gustav im wahrsten Sinne des Wortes eine "Elefantenladung" Gewinne erwartet.




Wie sieht das Fazit zu LTB 550 aus?

Cover Unterm Strich leider wieder ein schwacher Band, in dem vor allem die Häufigkeit von Gundel auffällt, die Geburtstag feiert. In den Geschichten selbst spielt sie meiner Ansicht nach aber nur Nebenrollen, weil Dagobert, Gitta und Gustav ihr die Schau stehlen. Es gibt viele durchschnittliche Geschichten, die weder besonders bemerkenswert in positiver noch in negativer Hinsicht sind. Deutlich aufgelockert wird LTB 550 von der langen Maus-Story um die Antarktis-Expedition, die für manche bestimmt ein echtes Highlight sein kann, mich aber gelangweilt zurücklässt. Optisch war sie unstrittig ein Hingucker!

Welche Geschichten mich am besten unterhalten haben?
1. Der Schaffwandler
2. Die Abenteuer des Sir Mausleton
3. Zwang und Zwietracht
4. Reise zur Erdmitte
5. Der Antiglückszauber
6. Das Quizduell
7. Im Sparverein
8. Ein schmutziger Job
9. Auf dem Bauernhof: Eine ermüdende Aufgabe

Verblüffenderweise hatte ich mit der kleinen Dussel-Geschichte den meisten Spaß – was daran liegen dürfte, dass ich die Charakterisierung der Figuren sehr gut eingefangen fand und man mal etwas Neues erwogen hat. Nach der epischen "Mausleton"-Story, an der ich Spannung und Fantasie vermisste, blieb mir die Romantische Rächerin in Erinnerung. Klar: Sehr speziell und leicht aufdringlich, aber eben auch sehr komisch und verspielt. Die Titelgeschichte und die Erzählung vom Pechvogel Gustav belegen oberes Mittelmaß – der Rest ist Schweigen.




Was erwartet uns in LTB 551?

Ab dem 12. Oktober heißt es beim LTB 551 "Gefahr für Micky!". Auf dem Cover nur als Schatten auszumachen, wird Micky Maus von Albträumen geplagt und soll daher mal so richtig ausspannen. Doch obwohl ihm die Fieselschweiflinge dabei helfen wollen, geraten sie in dem Crossover von Jensen/Freccero wieder in ein neues Abenteuer... Onkel Dagobert und Donald schwingen sich bei Paolo Mottura aufs Fahrrad, um "Auf Ruhmesrundfahrt" zu gehen. Später tritt Donald alias Phantomias gegen einen mächtigen Druidenzauberer an (Fontana / Molinari) und Dagobert setzt sich in den Kopf, eine neue Kryptowährung einzuführen (Vitaliano / Soldati). Bis dahin!


Zuletzt aktualisiert: 26.10.2021, 12:06
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