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Rezension: LTB 548 - Höher schneller weiter!

Cover



Bis zuletzt standen sie auf der Kippe, doch mittlerweile sind die Olympischen Sommerspiele 2020 eröffnet und das olympische Feuer lodert gen Himmel. Die "Weltsportspiele", wie es im egmont'schen Sprachgebrauch heißt, rufen auch die LTB-Reducktion auf den Plan. Dort hat man allerdings die Erweiterung des Mottos verpasst und so trägt das Lustige Taschenbuch Nummer 548 "Höher schneller weiter!" (abgesehen von den fehlenden Kommas) noch nicht den Zusatz "Gemeinsam"... Dafür trumpft LTB 548 mit gleich drei Cover-Varianten auf und lässt neben Donald (Gold) gleichfalls Goofy und Micky (Silber) sowie Tick, Trick und Track (Bronze) an den Weltsportspielen teilnehmen.

In der Titelstory von Sune Troelstrup und Massimo Fecchi befinden sich die Neffen zwar gerade im Fähnleinlager, jedoch sind außer Donald und Dagobert auch Daisy, Dussel und Gustav von der Partie. Man traut seinen runden Ohren nicht: Sogar Micky, Minnie und Goofy dürfen in Tokio um Medaillen kämpfen!

Goofy trifft in zwei Geschichten auf ein wundersames Wasserwesen namens Hydris, das zu einer bedrohten Art gehört und (Chapeau!) mit allen Wassern gewaschen ist. Ob die Abenteuer rasant wie gurgelnde Stromschnellen sind oder doch eher müde vor sich hin plätschern, gilt es in der folgenden Rezension zu erkunden: Auf die Plätze, fertig, los!

Von Entenfan


Der Inhalt:
Titel Autor (A), Zeichner (Z) EV-Jahr Seiten Rezension
Höher schneller weiter! A: Sune Troelstrup; Z: Massimo Fecchi 2021 30 Olympisches Allerlei
Das Wasser der Urzeit A: Giorgio Salati; Z: Marco Mazzarello 2018 30 Spontan spritzig
Ein Kursus für alle Fälle A: Giorgio Fontana; Z: Emilio Urbano 2019 18 Arme Ameisenbären
Die Rache des Rächers A: Gabriele Mazzoleni; Z: Paolo De Lorenzi 2014 24 Schmalzlocke im Schlafrock
Voll vernebelt A: Pietro Zemelo; Z: Massimo Asaro 2017 10 Dussel am laufenden Band
Zu viel des Wenigen A: Carlo Panaro; Z: Francesco Guerrini 2020 30 Geiz ist geil (?)
Programmieren für Dummies A: Alessandro Sisti; Z: Giampaolo Soldati 2020 16 Armstrong macht's möglich
Ein Fantastilliardär plant Urlaub A: Massimiliano Valentini; Z: Sergio Cabella 2009 13 Knackervergackeierei
Der Regenbogenmacher A: Carlo Panaro; Z: Lucio Leoni 2017 30 Kunterbunte Vetternwirtschaft
Der Gesang der Wale A: Giorgio Salati; Z: Luca Usai 2020 24 Flüssig, fest, verdampft
Der Wert der Dinge A: Augusto Macchetto; Z: Alessandro Perina 2013 25 Zu gut zum Wegwerfen

Cover


Was verspricht die Aufmachung des Bandes?

Anlässlich der in diesem Monat stattfindenden Olympischen Sommerspiele 2020 hängt uns die Reducktion des Lustigen Taschenbuchs gleich drei Variant-Cover um den Hals: Die Goldhoffnung liegt (wie sollte es anders sein!) bei Donald, der beim Marathon, beim Hürdenlauf, beim Speerwurf, beim Kugelstoßen und beim Diskuswerfen an den Start geht – offenbar zeitgleich! Gute Chancen auf die Silbermedaille könnte Goofy angesichts seiner hochgewachsenen Statur beim Basketball haben, wobei sein Kumpel Micky ihm nicht das Wasser reichen kann. Tja, und die drei Youngster Tick, Trick und Track brauchen sich auf dem bronzefarbenen Cover gar nicht so abzumühen, denn schließlich ist die Disziplin des Kajak-Dreiers bei Olympia nicht vertreten. Jedes Variant-Cover hat am unteren linken Bildrand eine kleine Donald-Medaille, ein eigens gefärbtes Band und eine "versteckte" Nummer.
Olympisch ging es auf dem LTB-Titelbild übrigens zuletzt 2008 zu (LTB 380), aber auch 2004 (LTB 328), im Milleniumsjahr 2000 (LTB 277), 1996 (LTB 222) und 1992 (LTB 174) war Olympia Thema - und wer erinnert sich nicht an das legendäre "Olympische Fieber" von 1988 (LTB 130)?






Wie schlägt sich Entenhausen bei den Weltsportspielen?

Mit einem schwungvoll ausgeführten Golfschlag setzt Pechvogel Donald den Busfahrer der Entenhausener Olympioniken außer Gefecht. Die erschütterten Athleten sehen sich daher absolut nicht mehr in der Lage, die Reise nach Tokio anzutreten. Das wiederum lässt Onkel Dagoberts Talerträume wie eine Seifenblase zerplatzen, denn er wollte im Ruhm der Entenhausener Sportler ein gewinnversprechendes Geschäft mit einem japanischen Hotelbesitzer abschließen. Um seine Schandtat wiedergutzumachen und seinen Onkel zu besänftigen, reist nun also Donald in Begleitung einiger seiner Verwandten und Freunde auf die japanische Hauptinsel, um für Team Entenhausen an den Weltsportspielen teilzunehmen. Ob aus dem blitzezuckenden Gewitterschauer ein warmer Medaillenregen wird?



Rein optisch erinnert mich die Geschichte an die Olympia-Story von 2008, die auch von Massimo Fecchi zu Papier gebracht wurde. Der vermittelte asiatische Touch bei den Figuren kommt an, auch die Entenhausener zeigen sich ungewohnt agil bei ihren sportlichen Aktivitäten. Viel sieht man von Japan allerdings nicht, und auch das Olympiastadion in Tokio erkennt man im Comic nicht wieder. Die Story ist mal wieder hanebüchen zum Haare-Rupfen. Man gibt sich nicht einmal mehr Mühe, mit erzählerischem Charme dafür zu sorgen, eine brauchbare Erklärung abzuliefern, weshalb ausgerechnet unsere Lieblingsentenhausener an den Weltsportspielen teilnehmen. Brachial angewandte Holzhammermethode, Hammer und jedwede Logik gleich hinfort geschleudert.

Der grantige Onkel Dagobert nervt kolossal, fast so sehr wie der unsportliche japanische Geschäftsmann, der den olympischen Geist mal so sogar nicht verstanden hat. Es zählen nur Siege – und die muss man dann irgendwie in das Skript prügeln, ohne Allzweckwaffe Gustav Gans zu strapazieren, denn den braucht man ja noch fürs Finale. Micky kommt in der gesamten Story auf zwei Sprechblasen und ebenso wenig Posen. – Äußerst schwache Darbietung für die Olympia-Titelgeschichte, da praktisch jede Hürde mitgerissen wird und kein olympischer Esprit verbreitet wird. Meilenweit vorbei am Treppchen.




Wie erfrischend sind Goofys Abenteuer mit dem sprechenden Wassertropfen?

In zwei aufeinander aufbauenden Geschichten begegnet unser Freund Goofy einem wundersamen Wasserwesen, das quasi alle Formen des Wassermoleküls annehmen kann. In "Das Wasser der Urzeit" gibt sich Hydris, der freche Wassertropfen, gegenüber Goofy und Rudi Ross zu erkennen. Obwohl er eigentlich nur seine Blumen im Garten gießen wollte und Rudi zu Besuch war, um den Abfluss zu reparieren, finden sich die beiden im Handumdrehen in einem neuen Abenteuer wieder. Denn das wässrige Volk von Hydris wurde von einer wahnsinnigen Wassersammlerin entführt und gefangen genommen. Mithilfe der verrückten Fähigkeiten von Hydris starten Goofy und Rudi eine Rettungsaktion.



Im zweiten Teil ist Goofys Freund Micky mit von der Partie. Die beiden sind auf einem Forschungsschiff vor der Küste Islands unterwegs und unterstützen eine Wissenschaftlerin bei der Erforschung von Walen. Als ein Baby-Wal abhandenkommt und den Weg zur Herde nicht mehr findet, kommt Tropfenkumpel Hydris gerade recht, um Goofy und Micky zu helfen.

Die erste Geschichte mit Hydris profitiert von der durchgeknallten und überzeichneten Gegenspielerin und der Action im letzten Drittel. Obwohl der sprechende Wassertropfen gegenüber Goofy und Rudi recht unterhaltsam vorgestellt wird, bleiben die Hintergründe für meinen Geschmack etwas auf der Strecke. Er ist schlicht und ergreifend ein Alien mit allerlei Fähigkeiten, die sich als nützlich erweisen. Das Zusammenspiel von Goofy und Rudi überrascht angenehm. Dagegen wirkt Micky im zweiten Teil mit den Walgesängen knochentrocken. Die Fortsetzung kommt nicht aus dem Knick und plätschert träge vor sich hin. Mit dem Pathos hat es Autor Giorgio Salati vielleicht ein bisschen übertrieben... Während der spritzige Stil von Marco Mazzarello gut zur ersten Story passt und für Dynamik sorgt, wurde "Der Gesang der Wale" von Luca Usai klassischer und unaufgeregter umgesetzt. Im direkten Vergleich kommt "Das Wasser der Urzeit" bei mir besser weg, weil einfach mehr los war und ich mich über den Humor amüsieren konnte.






Was erwartet den Duck'schen Geheimdienst am Ende des Regenbogens?

Donald und Dussel wollen einen entspannten Tag am Strand genießen. Doch die Ruhe findet ihr jähes Ende, als die beiden – eher unfreiwillig – ein neues Versteck des Duck'schen Geheimdienstes vor sich finden. Ihr Onkel Dagobert betraut sie mit einer weiteren Mission, die sich dieses Mal um bunte Ähren auf Weizenfeldern dreht. Des Nachts verwandelt sich das Getreide in regenbogenfarbene Ähren, die zwar hübsch anzuschauen sind, dafür aber ihren Geschmack verlieren bzw. einen ungenießbaren Geschmack entwickeln. Donald und Dussel sollen also undercover ermitteln und auf einer großen Farm herausfinden, ob einer der verdächtigen Landarbeiter heimlich als "Regenbogenmacher" die Ähren bemalt.



Blargh, was für eine anstrengende und lieblose DGD-Geschichte von Carl Panaro. Pausenlos werden Sachen herbeigeredet, während so ziemlich nix passiert. Es wird nicht erklärt, weshalb die bunten Ähren schädlich sein sollen und Pizzateig versauen. Für gewöhnlich würde Onkel Dagobert mit bunten Lebensmitteln ein Vermögen machen wollen! Hier aber werden Donald und Dussel auf den Plan geschickt, ohne jedoch richtig zu ermitteln oder irgendwelche Hintergründe der Nebenfiguren aufzudecken. Völlig unverhofft stoßen sie im Nullkommanix auf den Bösewicht, dessen Motiv ebenfalls ungeklärt bleibt bzw. nicht überzeugen kann. Anschaulich sind auf jeden Fall die Zeichnungen von Lucio Leoni, der das Land-Feeling gut einfängt und für gute Gags sorgt.
Sogar für eine DGD-Geschichte unterdurchschnittlich, um nicht zu sagen miserabel.




Welche Geschichte hält eine Überraschung bereit?

Gibt es auf der Welt tatsächlich noch jemanden, der radikal sparsamer ist als Onkel Dagobert? – Doch, in der Tat! In "Zu viel des Wenigen" ist Gitta Gans Cousine Susanna aus Schottland zu Besuch. Gitta nutzt die Gelegenheit, die Verwandte mit den echt schottischen Wurzeln ihrem Bertilieb vorzustellen. Nach einer zögerlichen Kennenlernphase entdeckt Onkel Dagobert in Susanna eine echte Sparfüchsin, die an allen Ecken und Enden zu sparen weiß. Böse Zungen würden das Wort "Geiz" in den Schnabel legen, aber Dagobert ist zunehmend angetan von der stocksteifen Schottin im Schottenrock. Als nach einem Unwetter die Yacht von Onkel Dagobert in den Fluten des Meeres versinkt, können sich der reichste Mann der Welt, Gitta Gans und Susanna auf eine paradiesische Insel retten. Dort müssen sie einige Tage ausharren, bis Rettung naht. Dagobert indes bleibt viel Zeit zum Nachdenken.



Für mich die interessanteste Geschichte des gesamten Bandes. Onkel Dagoberts Sparsamkeit wird oft als Quell des absurden Comic-Humors ausgeschöpft und sorgt für ein Schmunzeln. Hier aber verfinstern sich die Gemüter angesichts des bärbeißigen Geizes von Gittas Cousine schnell. Dagoberts zustimmende Art nimmt ebenso alberne Formen an – erstaunlich also, dass in Gitta nicht der grüne Neid erwacht. Auch dies hätte der Geschichte einen bemerkenswerten Schwung geben können. Jedoch wird der Robinson-Effekt gekonnt genutzt, um Dagobert grübeln zu lassen, ob übertriebene Sparsamkeit angesichts einer bedrohlichen Notsituation wirklich so zielführend ist. Dazu ist die Story wunderbar von Francisco Guerrini in Szene gesetzt, der nicht nur für Dagoberts Mimik und Gestik ein Faible hat, sondern auch Gitta näher an ihre Ur-Fassung heranrückt und auch zahlreiche lustige Details einbaut. Für herrliche Atmosphären sorgen die verschiedenen Perspektiven und die Schraffierungen bei düsterem Licht und wechselnden Lichtquellen. Echt klasse!




Bei welcher Geschichte bleibt der Unterhaltungswert auf der Strecke?

In "Die Rache des Rächers" legt sich Onkel Dagobert wieder einmal mit Phantomias an. Dieses Mal fährt er allerdings auf den ersten Phantomias ab, der als Gentlemandieb sein Unwesen trieb. In einem trutzigen Herrenhaus soll der erste Phantomias zum Leben erwachen und Besuchern einen Schauer über den Rücken jagen – so weit der Plan. Selbstverständlich hat der Großunternehmer Dagobert die Rechnung ohne den gegenwärtigen Phantomias gemacht, der es wie so oft gar nicht lustig findet, wenn man mit seinem Namen Geschäfte macht. Obendrein hat Donalds Alter Ego sowieso noch ein Hühnchen mit Vetter Gustav Gans zu rupfen, der sich unter der blauen Maske des Phantomias-Doubles verbirgt.



Arg verkrampfte, unterm Strich aber doch sehr vorhersehbare und konstruierte Story von Gabriele Mazzoleni, die kaum Anreize bietet. Donalds Angst vor dem ersten Phantomias wird total ins Lächerliche gezogen, ohne diese zu begründen oder später zu erläutern (schließlich hat Donald keine Ahnung, ob es dem ersten Phantomias gefällt, dass Donald nun die Maske trägt). In seinem schmucken Superheldenkostüm nimmt es Donald mit seinen anverwandten Rivalen auf und trickst ein bisschen mit seinen Gadgets herum. Ergo passiert gar nicht mal so viel, was wir nicht schon gesehen hätten – vor allen Dingen in den Phantomias-Geschichten von Marco Gervasio in den letzten LTBs. Wäre irgendwann mal wieder cool, wenn sich der Herr Held in der LTB-Hauptreihe nicht nur mit sich selbst beschäftigen würde...




Was ist der Tiefpunkt des Bandes?

Mit entsetztem Gesichtsausdruck ließ mich "Voll vernebelt" von Pietro Zemelo und Massimo Asaro zurück. Auf zehn mickrigen Seiten bekommen wir zu sehen, wie die Hexe Gundel Gaukeley einen ihren kleineren Zaubertricks nicht unter Kontrolle hat und – wortwörtlich – selbst nicht in der Lage ist, ihn zu stoppen. Dieses Mal hat Gundel ausgerechnet Dussel Duck mit einem faulen Zauber belegt. Dieser schnappt sich Onkel Dagoberts Glückszehner und sprintet wie von der Tarantel gestochen zu Gundels Hexenhäuschen an den Hängen des Vesuvs, um ihr die Münze abzuliefern. Dabei kennt Dussel keine Hindernisse und lässt sich durch nichts aufhalten.
Oh Schreck, oh Graus, wann ist das Elend bitte vorbei? Die Gags sind wirklich selten dämlich, man möchte förmlich schreien.



Aber auch die zweite Geschichte mit Dussel in der Hauptrolle ist nicht viel besser. Dussels Familie hat es satt, dass er ständig irgendwelche verrückten Kurse belegt und sich hinterher als Fachmann anbiedert. Also haben Donald, Dagobert, Daisy und Co. ihren pudelbemützten Vetter bei einem Lehrgang eingeschrieben, in welchem man lernen soll, keine abwegigen Kurse mehr zu belegen. Der bärtige Professor bekommt es bei Dussel Duck wie erwartet mit einem besonders schweren Fall zu tun... – Nun ja, für ein paar schnelle Lacher ist "Ein Kursus für alle Fälle" ganz gut – einfach durch und durch Dussel am laufenden Band. Hätte es aber nicht zwingend gebraucht. Mit den Zeichnungen von Emilio Urbano kann ich mich nicht mehr anfreunden, Größe und Statur der Entenhausener wirken seltsam fehl am Platz und auch die anderen Figuren mit dem kantigen Knacker-Kinn kennt man schon zur Genüge.






Was gibt es noch zu den restlichen Geschichten zu sagen?

"Programmieren für Dummies" von Alessandro Sisti und Giampaolo Soldati stellt uns das Programmieren vor. Hier soll Donald lernen, einen Roboter zu steuern, den Daniel Düsentrieb den Drillingen Tick, Trick und Track zum Testen geliehen hat. Es zeigt sich, dass es gar nicht so einfach ist, dem Roboter genau zu sagen, was er machen soll. Über Donalds Tatendrang und verzweifelte Unwissenheit amüsieren sich die Würmlinge königlich. – Ich dagegen fand's furchtbar fad.



Unaussprechlich schlecht und einfallslos reiht sich "Ein Fantastilliadär plant Urlaub" in diesen Band ein. Die Panzerknacker überwachen Onkel Dagoberts Geldspeicher Tag und Nacht. Um endlich mal ausspannen zu können, macht sich Dagobert die Familienähnlichkeiten in der Duck-Sippe zunutze. – Schon dreihundertdrölfzig mal dagewesen, aber so platt war's selten für die Leser:innen.



Sichtlich bemüht war Augusto Macchetto, ein unverbrauchtes Umwelt-Thema im Entenkosmos zu beleuchten. In "Der Wert der Dinge" geht es um Lebensmittel mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum, die auch in Entenhausen viel zu schnell gedankenlos entsorgt werden. Onkel Dagobert ist das schon lange ein Dorn im Auge, und so packen alle Entenhausener mit an, um ein nachhaltiges Projekt des alten Zylinders in die Tat umzusetzen. – Mit zwei zugekniffenen Augen gerade noch okay, leider viel zu abwegig und inkonsequent. So richtig passt die MHD-Frage dann wohl doch nicht nach Entenhausen. Fraglich, weshalb man so viele Figuren noch hineinstopfen musste. Fans von Onkel Dagobert werden mit der kruden Klondike-Rückblende vor den Kopf gestoßen. Wenn man sich nur die tollen Zeichnungen von Alessandro Perina anguckt, reicht's eigentlich.






Welche Details kann man schnell übersehen?

Auf Seite 124 hat sich Carl Fredricksen aus dem Disney-Film "Oben" (2009) ins Bild geschlichen und hat sogar einen seiner Ballons dabei.
Das Werkzeug, das Rudi Goofy auf dessen "Wo habe ich nur den Ratschenringschlüssel?" in die Hand drückt, sieht nicht nach einem solchen aus, sondern nach einem gewöhnlichen Maulschlüssel (Seite 54).
Für gewöhnlich heißt der öffentliche Fernsehsender in Entenhausen "ETV" – und nicht ENTV (S. 86).
Onkel Dagobert benutzt in seinem Büro für das Jahr 2021 den gleichen Kalender wie aus dem Jahr 1992 (S. 141). Dass das nicht funktionieren kann, weil 1992 ein Schaltjahr war, liegt auf der Hand. Mit dem Jahr der Erstveröffentlichung würde es jedoch funktionieren: 2020 war ebenfalls ein Schaltjahr und die Wochentage stimmen mit 1992 überein.
Die Registrierkasse, mit der Rufus die Falltür zum DGD-Versteck öffnet, hat komischerweise drei Knöpfe: "Öffnen", "Sofort" und "Turbo" (S. 179). Ich wüsste zu gern, worin der Unterschied besteht.





Wie sieht das Fazit zu LTB 548 aus?

Cover Gleich drei Variant-Cover sollen uns den Olympia-Band schmackhaft machen: Mir gefallen alle drei Motive, finde die Varianten allerdings übertrieben und mag es nicht, dass die Umschlaggestaltung dreimal so verschieden ist. Dann hätte es schon einen zusätzlichen Anreiz für mich gebraucht, zu den anderen Versionen zu greifen.

Statt golden sieht mir das LTB 548 eher aus wie eine verschrumpelte Zitrone – was auch mit Blick auf den vermurksten Inhalt ziemlich treffend ist, der mir säuerlich aufstößt. Kein Highlight, eine gute Geschichte, ein bisschen Durchschnitt und größtenteils banale Standardware mit zu wenig Seiten.

Mein persönlicher Medaillenspiegel:
1. Zu viel des Wenigen
2. Das Wasser der Urzeit
3. Der Wert der Dinge
4. Die Rache des Rächers
5. Der Gesang der Wale
6. DGD: Der Regenbogenmacher
7. Ein Kursus für alle Fälle
8. Programmieren für Dummies
9. Höher, schneller, weiter!
10. Ein Fantastilliardär plant Urlaub
11. Voll vernebelt

Ganz schwacher Band mit viel zusammengeschustertem, belanglosen Krempel. Einzig die angenehme Onkel-Dagobert-Geschichte rund um die Sparsamkeit ist eine gelungene Abwechslung. Die beiden Geschichten mit Hydris, dem sprechenden Tropfen, sind zusammen genommen solide, aber kein Hit. Die Titelgeschichte scheitert auf ganzer Linie und die Extraportion Dussel mit gleich zwei Kurzgeschichten plus der DGD-Schlaftablette sind echt zu viel des Guten.




Was erwartet uns in LTB 549?

Furchteinflößend blickt uns LTB 549 "Unter Dinos" ab dem 17. August am Kiosk entgegen. Die Titelgeschichte von den McGreals und Giorgio Cavazzano dürfte die Fieselschweiflinge auf waschechte Dinosaurier treffen lassen! Ein kolossales Abenteuer erlebt Onkel Dagobert, der mit seinem Kumpan Käpt'n Schuhschnabel am Amazonas nach El Dorado sucht (Nigro / Soffritti). Bei Marco Gervasio und Davide Cesarello bekommt "Phantomias und die schlafende Schöne" (LTB 57) eine Fortsetzung mit dem Phantomias in modernen Zeiten – man darf gespannt sein! Bei den Mausens wirft Casty einen Blick in die Sterne und lässt Schurken Horoskope verfassen... Kein Horoskop braucht man dagegen, um zu wissen, dass auch im nächsten Monat an dieser Stelle wieder eine LTB-Rezension folgt: Bis dahin!


Zuletzt aktualisiert: 30.07.2021, 18:42
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