Hallo, Gast!
Registrieren

Rezension: LTB 494 - Es geht um die Wurst!



Es geht um die Wurst! (Gorm Transgaard – Massimo Fecchi; 20 S.)

Ein großes Volksfest lockt zahlreiche Entenhausener an einen idyllischen See. Donald Duck entdeckt den Homo Oeconomicus (bzw. die Anas Oeconomica) in sich und beschließt, den fröhlich-feiernden Mitbürgern gut durchgegrillte Bratwürste zu verkaufen. Doch Nachbar Zorngiebel kam auch die gleiche Idee und macht sich mit Kugelgrill und Grillzange auf den Weg, dem unliebsamen Donald Duck das Geschäft zu vermiesen. Wenig überraschend mündet der ewige Zwist in ein gigantisches Chaos – nur die schlauen Neffen Tick, Trick und Track haben auf das richtige Pferd gesetzt...

Die Geschichte erinnert voll und ganz an den "Grillmeister" (LTB 468), wo der Plot von Giulio D'Antona noch etwas Neues hervorbrachte: Grillen in Entenhausen? Darüber hatte man sich zuvor noch nie Gedanken gemacht; wenn man davon absieht, dass Dagobert und Sippschaft bei anstrengenden Expeditionen regelmäßig ihre Würstchen ins Lagerfeuer halten. Damals fand ich die Idee grundsätzlich gut, aber nicht besonders erinnerungswertvoll umgesetzt. Wenn Donald und Zanker/Zorngiebel sich zoffen, weiß man als Leser am Anfang schon oft, wo der Hase hinläuft und die üblichen Gewaltorgien können gehörig auf die Nerven gehen. Darum begrüße ich es, wenn Gorm Transgaard in der hiesigen Vorstellung auf 20 Seiten beschränkt und die Handlung nicht lächerlich in die Länge zieht.
Im Gegensatz zum eingangs genannten "Burgermeister von Entenhausen" (LTB 480) stehen Donald Duck und Zacharias Zorngiebel nicht unmittelbar im Wettstreit, um einen der vielen Entenhausener Wettbewerbe zu gewinnen. Vielmehr liegt das finanzielle Interesse im Vordergrund, was uns als Lesern weitere Erklärungen zu den Rahmenbedingungen erspart. Bemerkenswert sind die nahezu kreativen Ideen, mit denen sich Donald und Zorngiebel dieses Mal ausboten wollen. Ein Duell auf Augenhöhe, was ohne sinnlose Raufereien und furiose Explosionen auskommt. Die programmierte Katastrophe am Ende darf natürlich trotzdem nicht fehlen. Hattet ihr auch den Gedanken, dass jeden Augenblick Vetter Gustav um die Ecke kommt?!
Fecchis Zeichnungen passen (wie schon beim "Burgermeister") gut ins Bild und sind wie gemacht für die actionreichen Szenen, in denen Donald bzw. Zorngiebel vor Wut schäumt. Die Dialoge gefallen mir viel, viel besser als die krampfhaft-lustigen Übersetzungen aus "Der Burgermeister von Entenhausen", an denen ich vor knapp einem Jahr in meiner Bewertung kein gutes Haar gelassen habe.

Schlussendlich darf behauptet werden, dass das verwendete Cover mit Grill-Donni und den hungrigen Hunden sicher verkaufsfördernd wirkt (trotz Preiserhöhung!) und die Grill-Saison gebührend einläutet. Für meinen Geschmack (Haha...ha...) ist mit "Es geht um die Wurst" allerdings nicht der große Wurf gelungen, das nette Titelbild zu repräsentieren; nur ein eher dürftiges Intermezzo mit Zorngiebel. Und wenn zwei sich streiten freut sich – wie jeder weiß – der Dritte. Oder die Drei. Ist ja auch egal.



Zuletzt aktualisiert: 05.06.2017, 21:51
Zum korrekten Funktionieren dieser Seite werden Cookies benötigt. Durch die weitere Nutzung erklärst du dich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Weitere Informationen