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Rezension: LTB 488 - Läuft bei mir!



Klick ins Chaos (Giorgio Salati - Alessandro Gottardo; 20 S.)

Die Grundidee der ersten Geschichte ist recht simpel: Während Onkel Dagobert allein auf Schatzsuche geht, hat er seinem Neffen Donald (mehr aus Kosten- als aus Vertrauensgründen) für eine kurze Zeit die Leitung seines globalen Firmenimperiums überlassen. Donald, der diese Aufgabe zwar unerwartet ernst nimmt, ist dagegen lieber in den sozialen Netzwerken unterwegs und beteiligt sich an einigen Onlinepartien Canasta. Selbstverständlich bekommt er von seinem Erbonkel klare Instruktionen per Satellitentelefon vorgegeben, doch als plötzlich Dussel Duck auftaucht, ist das Chaos im wahrsten Sinne des Wortes vorprogrammiert...

"Klick ins Chaos" überzeugt durch Humor, dem richtigen Maß an Absurdität und dem ethisch-moralischen Hintergrund, wie man heutzutage schnell die Kontrolle über sich verliert, wenn man sich im digitalen Dschungel verläuft. Giorgio Salati hält dem Leser einen Spiegel vor, sodass man sich automatisch mit Donald identifiziert. Das schafft eine enorme Kraft mit einem neuartigen Konfliktpotenzial, welches der Frage nachgeht: "Oweia, bin ich vielleicht selbst gar keinen Deut besser als Donald?" Dazu verleihen die Zeichnungen von Alessandro Gottardo der Szenerie eine herrliche Atmosphäre. Das Gefährt von Onkel Dagobert erinnert stark an die verrückten Töfftöffs aus der Feder von Rodolfo Cimino, weiterhin finde ich die lebendige Umsetzung sehr gelungen. Trotz der Kürze (immerhin nur 20 Seiten) kommt die Pointe des Plots voll zur Geltung, am Ende gibt es sogar noch ein kleines Happy End – zumindest für Dagobert Duck.
Sehr starker Einstieg, der zeigt, was mit dem Entenhausen des 21. Jahrhunderts alles möglich ist, ohne dabei total peinlich und aufgezwungen zu wirken.



Zuletzt aktualisiert: 06.12.2016, 23:56