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Rezension: LTB 525 - Ein gefährlicher Gegner



Ein gefährlicher Gegner (Francesco Artibani – Alessandro Perina; 120 S.)

Eines schönen Tages bekommt Donald einen mysteriösen Brief zugestellt, der ihm persönlich von einem Butler überreicht wird und eine Einladung in ein Edelhotel enthält. Gemeinsam mit Tick, Trick und Track sowie dem neugierigen Onkel Dagobert nimmt Donald die Einladung an und traut seinen Augen kaum, als sich herausstellt, wer der großzügige Gastgeber ist: Mac Moneysac! Dagoberts Dauerrivale erläutert den Ducks, wie sein Bruder Muck Moneysac vor vielen Jahren Onkel Dagoberts Bruder Dettmar Duck – dem heutigen Chefredakteur des "Rasenden Kuriers" – mit einem millionenschweren Kredit unter die Arme gegriffen hat. Die Schuld könnte der zweitreichste Mann der Welt mittlerweile mit Zins- und Zinseszins zurückfordern – doch sehr zur Verwunderung der Ducks zeigt sich Mac Moneysac ungewöhnlich spendabel und geläutert. Er beteuert, von der schiefen Bahn aus nun den rechten Weg eingeschlagen zu haben und verzichtet daher auf die Rückforderung. Von nun an möchte er den ewigen Zwist zwischen den beiden Großindustriellen endgültig begraben und bemüht sich sogar, Tick und Trick und Track für sich zu gewinnen. Onkel Dagobert und Donald trauen dem Braten nicht und wollen Dettmar Duck einen Besuch abstatten. Dabei finden sie heraus, dass Dettmar das Land vor gar nicht allzu langer Zeit in Richtung südamerikanischen Dschungel verlassen hat. Während sich Dagobert und Donald also auf die gefährliche Suche nach Dettmar begeben, lädt Moneysac die drei Würmlinge zu einem luxuriösen Ferienvergnügen auf seine schwimmende Insel "Ophir" ein. Sie ahnen nichts von Mac Moneysacs schurkischem Vorhaben...

Die über 100 Seiten füllende Geschichte darf sich als geistiger Nachfolger der gefeierten Story "Alle gegen einen" (LTB 452, 2014) verstehen. Erneut finden sich Onkel Dagobert, Donald sowie Tick, Trick und Track in einem Abenteuer epischen Ausmaßes wieder, in welchem Mac Moneysac seine intriganten Finger im Spiel hat, um Dagobert um dessen Vermögen zu bringen und fortan die Nummer Eins zu sein. Auf der künstlerischen Ebene harmonieren nach wie vor Francesco Artibani als Autor und Alessandro Perina als Zeichner hervorragend miteinander.

Eine ungewöhnliche Geschichte durfte man allein angesichts der enormen Länge erwarten. Allzu oft bekommen wir Moneysac im Lustigen Taschenbuch auch nicht zu sehen und so habe ich mich sehr auf "Ein gefährlicher Gegner" gefreut. Obwohl ich sie zu den besten Storys der letzten zwei-drei Jahre zählen würde, kommt sie mit einigen Höhen und Tiefen daher und verliert sich in einem ellenlangen Mittelteil, der nur wenig zur finalen Konfrontation beiträgt.

Als positiv hervorzuheben ist das Hervorkramen zweier Vertreter der Duck'schen Sippe, die wir schon sehr, sehr lange nicht mehr im LTB (Hauptreihe) zu Gesicht bekommen haben (Dummy Duck in LTB 421 aus 2011, Dettmar Duck in LTB 267 aus 1999). Sie spielen zwar keine Hauptrolle in der Geschichte und hätten mit ziemlicher Sicherheit auch durch andere Figuren ersetzt werden können, wurden aber von Artibani und Perina mit viel Liebe zum Detail als "Fan-Service" eingebaut. Nicht vergessen werden soll an dieser Stelle auch Hauptmann Onov, der als ehemaliger Elitesoldat der Streitkraft von Brutopia nunmehr in Moneysacs Diensten steht. An neuen Figuren bringen Moneysacs treuer Diener Desmond und der Privatdetektiv Schnoferl frischen Wind in die Angelegenheit und können gerne öfter im LTB auftreten!

Sehr gut gefallen haben mir auch die historischen Hintergründe zur Verlorenen Stadt "Z" und dem damit verbundenen Verschwinden des Oberst Fawcett. Leider wirkt die Expedition in den Urwald ziemlich überstürzt und erstaunlich ergebnislos – zumindest, was die Haupthandlung um Mac Moneysacs teuflischen Plan angeht. Da kommt die sagenumwobene Stadt dann doch viel zu kurz und die Flucht der Ducks wenig überraschend. Als Leser wird man schon sehr zeitig eingeweiht über die wahren Ziele von Mac Moneysac, der ein ungeheuerliches Risiko eingeht und ein Netz aus Lügen um sich spannt. Den roten Faden kann man schon einmal aus den Augen verlieren und muss zum Ende hin viel Fantasie aufbringen, damit man dem hastigen Finale Glauben schenken darf. Oder man zweifelt grundsätzlich an Moneysacs kruden Gedankengängen und dem unglaublichen Glück der Ducks.

Für die Titelgeschichte spreche ich eine Leseempfehlung aus, wenngleich "Ein gefährlicher Gegner" nicht mit "Alle gegen einen" mithalten kann und insgesamt ein bisschen aufgeblasen wirkt, ohne auf den Punkt zu kommen.



Zuletzt aktualisiert: 22.10.2019, 10:10