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Rezension: LTB 500 - Jubiläumsausgabe



Das große Rennen (Bruno Enna – Alessandro Perina (Teil 1 + 4), Paolo De Lorenzi (Teil 2), Giampaolo Soldati (Teil 3); 144 S.)

Der große Preis von Entenhausen ist das angesagteste Straßen-Rennen und hat für die braven Bürger längst Kult-Status erreicht. So versammeln sich Donald, die Neffen, Daisy, Gustav Gans, Dussel Duck, Primus von Quack und sogar Daniel Düsentrieb zum gemeinsamen Gartenfest, um dem Spektakel hautnah beizuwohnen. Doch das gemütliche Picknick findet ein jähes Ende, als die Erde (wieder einmal) aufgrund eines duck’schen Wutanfalls erzittert! Eiligst begeben sich unsere Freunde zu Onkel Dagoberts Geldspeicher, wo er ihnen seine missliche Lage schildert: Ein kleiner, frecher Kobold namens Tschinn hat es auf Dagoberts Glückszehner abgesehen! Der aufmüpfige Beamte der Zeitbehörde erklärt, dass der Glückszehner mit seinen magischen Kräften eine Anomalie des Zeitkontinuums hervorruft, da der Zehner seinem Besitzer Dagobert in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft immensen Reichtum beschert bzw. hat bzw. wird. Demzufolge will der Zeithüter Tschinn die Münze an sich bringen – natürlich nicht ohne den Widerstand von Dagobert Duck.
Mit Hilfe der anderen Ducks kann schließlich ein Kompromiss ausgehandelt werden. Wie der Zufall so will, ist der verspielte Tschinn ein glühender Anhänger des Großen Preises von Entenhausens! Nichts wäre ihm lieber, als das Rennen selbst einmal zu kommentieren. So kommt es, dass das "große Rennen" erneut ausgerufen wird. Dem Gewinner winken nicht nur Ruhm und Anerkennung, sondern auch der Glückszehner und damit Dagoberts Gunst.
Ganz so einfach soll die Rally dann aber auch nicht werden: Tschinn zaubert die ärgsten Widersacher von Onkel Dagobert herbei, die als gewissenlose Gegner beim Rennen um den Glückszehner antreten sollen. Die Zweier-Teams (Fahrer und Koordinator) der Duck-Sippe müssen sich auf die fiesen Machenschaften der Panzerknacker, Klaas Klevers inklusive Anwantzer, Gundel Gaukeleys und sogar des Destruktors gefasst machen! Eine abenteuerliche Schnitzeljagd in der Gegenwart, der Vergangenheit und der Zukunft beginnt!

Den unangefochtenen Höhepunkt dieses Jubelbandes stellt "Das große Rennen" dar, der durch seine unkonventionelle Komik und die Interaktion der vielen Figuren miteinander besticht. Autor Bruno Enna bringt Dagoberts Familie, Freunde und Feinde in einem actionreichen Abenteuer zusammen. Gewiefte Dialoge und cleverer Humor tragen dazu bei, dass die Geschichte in ihrem Mittelteil richtig Spaß macht und man als Leser gern mitverfolgt, wer bei den einzelnen Etappen und Rätseln die Nase vorn hat.

Dabei scheint es nahezu unerheblich, zu Beginn der Geschichte nachzufragen, warum genau ausgerechnet der Glückszehner eine Zeit-Anomalie hervorruft. Die Erklärung ist ziemlich unbefriedigend und mündet im vierten Kapitel in eine Sackgasse. Überhaupt läuft die Geschichte eher schwerfällig an und rollt zum Ende nur noch aus, als wäre unterwegs der Sprit ausgegangen. Diese Metapher passt meines Erachtens wirklich gut zur Handlung, die erst im zweiten Teil so richtig an Fahrt aufnimmt. Den besten Wurf legt Bruno Enna definitiv mit dem Abstecher in die Vergangenheit hin, in dem Donald auf Lord Quackett trifft. Die Episode in der Zukunft wirkt dagegen ziemlich fade und unausgereift. Der "Zeithüter" Tschinni nervt von der ersten bis zur letzten Seite durch die Bank weg. Die Auflösung samt Showdown kommt gut gemeint daher, hinterlässt bei mir als Leser jedoch dieses unangenehme "Ätsch! Reingelegt!"-Gefühl... Die drei Zeichner nehmen sich nicht viel und überzeugen mit einem großen Repertoire an Figuren.

Alles in allem eine lesenswerte Geschichte, die würdig ist, ihren Beitrag zum 500. LTB beizutragen.



Zuletzt aktualisiert: 02.12.2017, 14:50