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50 Jahre Lustiges Taschenbuch






Im Oktober wird das Lustige Taschenbuch 50 Jahre alt... tja, und dann erscheint am 7. November auch noch die 500. Ausgabe. Dieses Doppel-Jubiläum wollen wir natürlich auch auf unserer Seite gebührend feiern. Auf diesen Seiten findet ihr alle bisherigen Artikel, Statistiken und Projekte zum Jubiläum.

LTB 58 - Donald, der Held des Tages & LTB 315 - Die Wunderbrille

Von David Bühring (28); Twitter: @DBuehring



Donald ist besser als Micky! Aber anscheinend gibt es da auch andere Meinungen, denn die ersten Lustigen Taschenbücher, an die ich mich erinnern kann, waren durchgehend mit Micky-Maus-Geschichten.
Man kann also von Glück sprechen, dass meine Großmutter mir eines Tages das Lustige Taschenbuch 58 besorgte, "Donald, der Held des Tages". Donald ist nicht nur im Titel, sondern auch direkt zu sehen, in altmodischer Kleidung und von einem Raben gepiesackt. Meine Micky-LTBs hatten im Vergleich dazu langweilige Titelbilder gehabt, egal ob Micky nun alleine posierte oder zusammen mit seinen Freunden. Die Action sprach mich direkt an, auch wenn der Rest Covers knallpink war!
Vielleicht sollte ich schon mal erwähnen, dass ich natürlich nur einen Nachdruck aus den frühen Neunzigern geschenkt bekam, denn als die Ausgabe 1978 erschien, war ich noch nicht auf der Welt. Später wurde 1998 die Ausgabe mit einem neuen Cover und einem neuen Titel neu aufgelegt: Auf "Donald, Prinz von Duckenmark" posiert Donald als Hamlet zusammen mit einem Totenschädel. Keine Action, sondern einfach nur wieder eine posierende Figur, die sich selbst viel zu ernst nimmt. Klein-Ich hätte die Neuauflage links liegen gelassen.
Die drei Comics darin hatten mich besonders begeistert! Falsche Geister, fliegende Esel und ein Wal, der Donald verschluckt! Als Kind erkannte ich natürlich nicht die Hamlet- Adaption (obwohl ich den "König der Löwen" schon kannte), geschweige denn die Nautilus oder Phileas Fogg. Vielleicht erkannte ich noch den ehrlichen John aus "Pinocchio" oder gar den fliegenden Esel aus den "Drei Caballeros", aber für die drei Comics waren keinerlei Vorkenntnisse über Prinz Hamlet oder El Cid notwendig. Für mich waren es nur wahnsinnig kreative Geschichten mit Figuren, die nicht immer lupenreine Helden sein müssen.
Und obwohl ich einige Figuren schon aus dem Micky-Maus-Magazin kannte, waren sie hier anders. Donald war einfältig, Dagobert fieser und Gustav ein richtiger Schuft! Primus beleidigt schon auf der zweiten Comicseite die Drillinge als blöde, bevor er für den Rest der Ausgabe verschwindet. Donald entpuppt sich als ziemlich ungebildet, was bei den vielen Klassikern, die er im Micky-Maus-Magazin zitiert, überrascht. Und überall gibt es Gewalt und Darstellungen anderer Kulturen, die man heute wohl nicht so abdrucken würde! Die italienische Comic-Welt im LTB ist eine ganz andere als die amerikanische in der Micky-Maus! Das LTB und ich, es war eine Liebe für die Ewigkeit!

Oder zumindest, bis ich in die Pubertät kam und mir Disney-Comics peinlich wurden.

Wie viele Fans von Entenhausen-Comics habe ich ab einem bestimmten Alter dem gesellschaftlichen Druck nachgegeben und die Micky-Maus beseite gelegt. Disney-Comics sind doch kindisch, ich las stattdessen Batman-Comics und "V wie Vendetta" wie jeder rebellische Teenager. Außerdem wiederholen sich die Handlungen und Gags im LTB und in der Micky-Maus doch andauernd, da gibt es nichts Neues mehr unter der Sonne! Dann entdeckte ich aber im Fernsehen eine Werbung für das LTB 315, "Die Wunderbrille". In dieser Werbung wird gezeigt, dass die Ducks mit einer Wunderbrille alles sehen können, was ihr Herze begehren. "Mal eben auf eine Südsee-Insel, mit Monstern eine Party feiern oder seine Lehrerin im Bikini sehen", zählt der Werbespot auf. Einer der drei Punkte interessierte mein 14-jähriges Ich ganz besonders, außerdem war die Werbung wage genug formuliert, dass man nicht erfährt, ob vielleicht doch eine solche Wunderbrille beim LTB mit dabei ist.
Obwohl weder die Wunderbrille noch die Lehrerin im Bikini im LTB waren, enttäuschte mich die Ausgabe nicht. Im Gegenteil: Dreizehn Geschichten, virtuelle Realitäten, Bigfoot, Gustav als Phantomias und sogar eine Jauche-Schlacht! Ein Gastauftritt von Timon und Pumbaa! Indiana Goof und die OMA-Geschichte zeigten außerdem, dass sich eine Menge getan hat in Entenhausen! Seitdem hole ich mir die Lustigen Taschenbücher wieder regelmäßig und habe inzwischen jede Nummer!
Und das nur wegen der Aussicht auf eine halbnackte Lehrkraft.



Zuletzt aktualisiert: 07.10.2017, 19:19
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