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Rezension: LTB 494 - Es geht um die Wurst!



Völlig verstrickt (Fabio Michelini – Marco Palazzi; 30 S.)

In der zweiten Abenteuergeschichte dieses Bandes ist Onkel Dagobert auf der Suche nach der Wolle der Magipaka, die hoch droben in den Anden leben. Die geschorene Wolle dieser seltenen Tiere verarbeitet sich – so die Legende – selbst zu kuschliger Wollkleidung. Mit der tatkräftigen Unterstützung von Donald und den Fieselschweiflingen sind die Magipakas schnell entdeckt und deren Fell eiligst geschoren. Um sich die Wolle tatsächlich "selbst stricken" zu lassen, wird noch eine wohlklingende Melodie benötigt, deren Noten im Saal der Weisen von Lamagia zu finden sind. Nachdem die Noten ebenfalls gefunden und von Tick, Trick und Track auf einer antiken Flöte gespielt worden sind, webt sich die Wolle wie von Geisterhand zu einem Pullover! Onkel Dagobert wittert das große Geschäft, indem er die Pullis in Massenproduktion herstellen und verkaufen will. Wieder in Entenhausen angekommen rollt der reichste Mann der Welt flugs die Werbetrommel für "Do-Diy-Strick"-Klamotten, die man im "Selfmade"-Modus selbst anfertigen kann – solange man Flöte spielen kann oder eine teure CD besitzt. Auch für Donald und dessen neue Geschäftsidee läuft es prächtig: Er ist nämlich als Verpackungskünstler ein gefragter Mann geworden. Als Dagobert und Donald beschließen, ihr Geschäft gemeinsam zu bewerben, treiben sie es endgültig auf die Spitze. Die Folgen bleiben nicht aus...

In dieser quirligen Geschichte kommt der Anteil der Schatzsuche ausgesprochen kurz: Viel zu schnell finden die Ducks die Magipakas und lösen das Rätsel um den Saal der Weisen. Rein zufällig sind die Großneffen in der Lage, Flöte zu spielen (wobei: ich musste das auch in der Schule lernen... *Hüstel*) und die magische Wolle verleiht den Pullovern sogar Muster! Leider wird überhaupt nicht erklärt, WARUM die Wolle das kann. Ist aber auch nicht so wichtig, wenn man die Warnhinweise der Neffen wie immer missachtet, den größtmöglichen Gewinn erzielen will und am Ende ein größenwahnsinniger Plan in die Hose geht. Langsam aber sicher ist das altbekannte Muster ein alter Hut, wenn man als Autor nicht noch ein paar bemerkenswerte Besonderheiten einbaut. Damit meine ich nicht, dass Tick, Trick und Track statt des Schlauen Buches die "Schlaue-Buch-App" nutzen... Donalds Talent, Geschenke hübsch einzupacken, ist zwar mal was anderes, aber auch hier wissen wir, wie Donald sich durch Selbstüberschätzung ein eigenes Bein stellt. Im Endeffekt werden also zwei Handlungsstränge miteinander verwoben wie die einzelnen Wollfäden der Magipakas: Auf der einen Seite der Unternehmer Dagobert, auf der anderen Seite der Künstler Donald (dessen Monumental-Verhüllungen mich persönlich an Christo erinnern). Die Tragödie nimmt ihren Lauf.

Der frische Stil von Palazzi gefällt mir, insbesondere die Nebenfiguren in Entenhausen sind kreativ. Die Gebirgslandschaften jedoch sind mir etwas zu minimalistisch gehalten.
Einen Gruß zum Dank an den Übersetzer, der das Geheimnis löst, was der französische Ausdruck "fantastique" auf Deutsch bedeutet und für die Verwendung von "Duckea" auf den Möbelverpackungen zum Zusammenschrauben. Schleichwerbung ahoi.
Fazit: Mittelmäßig erzählte Geschichte – gerade ohne "bemerkenswerte Besonderheiten".



Zuletzt aktualisiert: 05.06.2017, 15:32
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