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Rezension: LTB 494 - Es geht um die Wurst!



Der goldene Seestern (Carlo Panaro – Michele Mazzon; 30 S.)

Die Ducks sind auf hoher See unterwegs, denn Onkel Dagobert ist schier davon besessen, nach versunkenen Schätzen zu tauchen. Dank seines untrüglichen Gespürs stößt Donald in der bunten Unterwasserwelt tatsächlich auf ein entzückendes Artefakt: Er fördert einen goldenen Seestern zu Tage, der sogleich Onkel Dagoberts Interesse weckt. Der reichste Mann der Welt wittert astronomisch hohe Gewinne und stürzt sich mit seinen Großneffen Tick, Trick und Track kurzerhand selbst in die Fluten, in der Hoffnung, einen Berg an goldenen Seesternen zu bergen. Am Meeresboden angekommen werden die vier Entenhausener allerdings in einen Strudel eingesogen und finden sich kurze Zeit später im unterirdischen Königreich von Ittica wieder. Der schnauzbärtige König und seine friedliebenden Untertanen dort stehen nämlich vor einem gewaltigen Problem! Die Zivilisation unter den Tiefen des Ozeans benötigt für ihren Fortbestand neue Vorräte an Gold. Die Bewohner von Ittica setzen ihre Hoffnung in die "Goldnase" von Onkel Dagobert; aber wird und kann der knickrige Geschäftemacher überhaupt helfen?

Offen gestanden entwickelte sich diese Schatzsuche nicht so, wie ich sie ursprünglich erwartet hätte: Welch güldene Gegenstände hat Dagobert Duck nicht schon vergeblich versucht heranzuzüchten? Von goldenen Äpfeln über goldene Kartoffeln und goldene Tannenbäume! Dass der titelgebende "goldene Seestern" aber nur ein profanes Lockmittel ist, um eine ferne Kultur zu retten, passt eher zu einer klassischen Cimino-Story. Ittica erinnert freilich an das paradiesische Tralla La bzw. Xanadu, aber zumindest werden die Ducks nicht "in Verwahrung" genommen, sondern helfen tatkräftig dabei, das Königreich zu retten. Genauer gesagt, der sonst so auf den eigenen Profit bestrebte Dagobert soll eine neue Goldader erschnuppern oder sogar einen Teil seines eigenen (beträchtlichen!) Goldvorrats abgeben. Obwohl Dagobert den Menschen seine Unterstützung zusagt, will er vor seinen Neffen nicht "verweichlicht" erscheinen. Von daher rührt der liebenswerte Wesenszug des Dagobert Duck mit dem "Herz aus Gold", den Carlo Panaro hier gar nicht mal so übel eingebaut hat. Ansonsten braucht man schon eine Menge Fantasie, um dem pseudophysikalischen Ansatz folgen zu können, der ittica’ische Supercomputer benötigt ausgerechnet Gold als Energiequelle... Die Zeichnungen von Michele Mazzon sind hübsch, erinnern ein wenig an den jungen Scarpa. Die Unterwasserfauna und -flora sind kreativ umgesetzt, das Gleiche gilt auch für die Stadt Ittica und deren bärtige Bewohner. Seltsam, Onkel Dagobert mal ohne Gamaschen zu sehen – aber die sind beim Tauchen ja auch hinderlich, wenn man Schwimmflossen tragen kann.
Unterm Strich eine solide Abenteuergeschichte, zu der es nicht mehr zu sagen gibt. Unterhaltsam, aber nix Weltbewegendes.



Zuletzt aktualisiert: 05.06.2017, 18:15
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