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Rezension: LTB 494 - Es geht um die Wurst!



Zurück im Drei-Türme-Kastell (Carlo Panaro – Stefano Zanchi; 50 S.)

Dagobert Duck soll für seinen Geschäftspartner Gaston Gocklhahn eine geeignete Party-Location ausfindig machen, in welcher die Verlobung von Gocklhahns Tochter Gala mit dem Gitarristen Gildo bekanntgegeben und ausgelassen gefeiert werden kann. Gewünscht wird eine Feier im Drei-Türme-Kastell – doch dieses gehört, ein paar ältere Leser werden sich erinnern, dem Superhelden Phantomias. Darum bittet Dagobert seinen Neffen Donald, bei Phantomias ein gutes Wort einzulegen, damit die Verlobung planmäßig in dem unheimlichen Schloss stattfinden kann. In diesem hat Donalds Alter Ego ein zweites Geheimversteck untergebracht, welches er allerdings schon seit Ewigkeiten nicht mehr genutzt hat. Im Handumdrehen wird der geheime Eingang in die Katakomben versiegelt und der Verlobungsfeier steht nichts mehr im Wege. Bei der stilvollen Fete lernen Donald und die Neffen das Verlobungspaar selbst sowie einige Gäste und Freunde der Familie Gocklhahn kennen. Bis spät in die Nacht wird gespeist, getanzt und laut Musik gemacht. Am nächsten Morgen ist Onkel Dagobert, der wie die anderen in einem der Gästezimmer des Kastells übernachtet hat, völlig wirr im Kopf! Er wurde hypnotisiert und hält sich komischerweise für einen Sperling! In Dagoberts Bett wird ein Erpesserbrief entdeckt, der 10 Millionen Taler verlangt, wenn Dagobert Duck wieder zu Sinnen finden soll. Phantomias geht der Sache daraufhin auf den Grund und kommt den Geheimnissen des Drei-Türme-Kastells auf die Schliche.

"Zurück im Drei-Türme-Kastell" ist eine Fortsetzung des Martina/De-Vita-Klassiker "Das Drei-Türme-Kastell", 1978 in LTB 57 erschienen – also ein Sprung zurück zu den Anfängen der Figur Phantomias, wo dieser noch als Rächer gegen Dagobert und Gustav konzipiert war. Ein Blick in die gut sortierte Sammlung schadet freilich nicht, möchte man sich das Originalwerk noch einmal in Erinnerung rufen. Damals hieß der Erbauer des Kastells noch Gernot Ganther und nicht Paulus Pokus, aber angesichts der 45 Jahre zwischen diesen beiden Geschichten ist das vertretbar. Die Fortsetzung muss sich vor dem Original definitiv nicht verstecken und besticht durch sympathische Charaktere und den klassischen Charme alter Phantomias-Episoden. Dieser Charme wurde gut revitalisiert und behutsam an die Moderne angepasst. Die Handlung ist filmreif und wirklich spannend erzählt, die 50 Seiten in den zwei Teilen sind optimal genutzt. Man nimmt sich Zeit zum Erklären und Vorstellen. Das Flair des Drei-Türme-Kastells mit seinen Geheimgängen etc. wurde von Stefano Zanchi hervorragend und mit sehr lebendigen Figuren eingefangen. Die Auflösung ist amüsant; wenngleich ich die Frage, wie man im Schlaf mit (normalerweise) geschlossenen Augen hypnotisiert werden kann, lieber nicht stellen mag.
Ja, doch, "Zurück im Drei-Türme-Kastell" ist eine sehr gelungene Fortsetzung (neudeutsch "Sequel"), von deren Art man künftig gerne mehr lesen möchte. Super konzipiert von Carlo Panaro, einer seiner besten Leistungen der letzten Jahre, möchte ich meinen. Lob!

Die längste Geschichte dieses Bandes ist zugleich die letzte. Lassen wir also nichts anbrennen und ich serviere euch mein...



Zuletzt aktualisiert: 05.06.2017, 20:12
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