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Rezension: LTB 469 - Start in den Sommer



Verbrannte Diamanten (Jannik Thiberg - Flemming Andersen; 31 S.)

Ende 2006 kündigte Egmont an, die Produktion von dreireihigen Maus-Geschichten zusammen mit Phantomias-Storys im Taschenbuchformat zu beenden. Bei der vorliegenden Geschichte, die aus der Feder vom bisher völlig unbekannten Jannik Thiberg stammt und erst Andersens zweite Phantomias-Geschichte ist, handelt es sich daher um eine der letzten Egmont-Geschichten um den Dunklen Rächer.
Phantomias macht Bekanntschaft mit einem verhüllten Diamantenräuber, der es, trotz der Vorhersehbarkeit seiner Raubzüge, jedes Mal schafft, ihn vor der Gesellschaft ins Lächerliche zu ziehen. Des Weiteren scheint er gegen sämtliche Geheimwaffen seines Gegners immun zu sein. Als dann auch noch Daniel Düsentrieb spurlos verschwindet, ist Tatendrang gefragt.
Klingt zunächst nach einer spannenden Mischung aus Superhelden- und Kriminalstory, verliert sich aber gegen Ende in eine unüberschaubare Zweithandlung, in der sämtliche Klischees wie das des wahnsinnigen Wissenschaftlers mit vernunftorientiertem Sidekick angegriffen werden und man nicht mehr weiß, ob man die Geschichte als neue Art von Phantomias-Comic (der D/D-Experimentier-Code deutet zumindest darauf hin) oder als Helden-Parodie (wobei man diesbezüglich von Disney weitaus Besseres gewohnt ist) lesen soll. Beides ist jedenfalls so lieblos konstruiert worden, dass sämtliche Funken des Spannungsaufbaus schlagartig erlischt werden, sodass nicht mal die Tatsache, dass zumindest mit Andersens Zeichnungen etwas Abwechslung im Phantomias-Kosmos aufkommt, etwas an der selbstverschuldeten Vorhersehbarkeit dieser Geschichte ändert - was für'n Riesenpinguin.



Zuletzt aktualisiert: 11.07.2015, 17:35